Papa, wo kommt die Kiste her ?


Pauls Frischekiste ist dank der unermüdlichen Anstrengung der Gärtnerei Paul für viele Kinder im Saarland zu einem ganz normalen Bestandteil ihrer Umgebung geworden. Das Mysterium, wie die Kiste sich füllt und alles was damit zusammenhängt und was eigentlich in diesem Zusammenhang niemand interessiert und er deshalb nie fragen wollte - all das wird im folgenden erklärt. Natürlich nicht von Anfang an (im Sinne von: was wächst wann und wo?), dazu müssen Sie ins Fotoalbum gucken. Ehe es zu kompliziert wird und Sie weiterklicken, geht es jetzt los:

Für eine Geschichte über Kisten braucht man Kisten. Also lassen wir zu Anfang mal einen Schwung Kisten ranschleppen. Die Mitarbeiter baten mich darauf hinzuweisen, dass das Foto gestellt ist, weil Herr Paul niemals Kisten ranschleppt. Aber wir wollen ja keinen schlecht machen und tun so als wäre es ganz real, dass Herr Paul Kisten schleppt, egal wie die anderen sich anstellen. Dafür hat er das Gemüse rangeschleppt und die Regale und überhaupt....

 

... ist Herr Paul der Chef und sagt, wo´s lang geht. Nämlich so: Du holst jetzt die Kisten und stellst sie da hin, wo das Gemüse steht und füllst die Kisten undsoweiter...

 

Kommen wir zurück zum Wesentlichen, zur Kiste. Jede Kiste hat eine Nummer und einen Strichcode, damit der Computer sich die Kiste merken kann.

Damit alles losgehen kann wird die Kiste auf eine Transportschiene mit Rollen gesetzt. Solche Transportstraßen durchziehen die Hallen und Gewölbe der Gärtnerei Paul kilometerweit (ca. 0,013 km). Am besten lässt sich der Unkundige einen Plan geben (damit er nicht daran vorbei läuft...)

 

An der Transportstraße reihen sich wie die Perlen auf der Kette die Packbuchten auf. Damit nicht einer allen Kram packen muss, gibt es eine Packbucht für Zwiebeln, Zitronen, Zucchini und anderen Kram, der nicht mit Z anfängt, eine Packbucht für Kartoffeln, Karotten, Kürbis und anderen Kram, der nicht mit K anfängt und nicht in einer anderen Packbucht steht usw. Das geht insgesamt schneller. Der Besucher lässt das Auge über die imposante Anlage mit den beiden Packbuchten streifen und ist beeindruckt.

An der ersten Packstation wird ein Auftrag aufgerufen und  diesem eine Kiste zugeordnet (über den Strichcode). Dann packt unsere Packerin alles aus ihrer Packbucht ein, was in die Kiste gehört (das sieht sie am Bildschirm und indem sie sich umguckt). Wenn sie fertig ist, gibt sie der Kiste einen Schubs, die macht sich auf den langen, gefahrvollen 0,0015 km langen Weg über die Transpoststraße und kommt zu ...

...der zweiten Pack-Station. Deren Computer erkennt die Kiste am Strichcode und ruft den zugehörigen Auftrag auf, damit unser Packer sieh,t was noch fehlt. Das muss in seiner Packbucht stehen, sonst haben wir ein Problem...

... das behebt dann wiederum Herr Paul, indem er ranschleppt, was fehlt (Übrigens, Sie wissen schon: Bild gestellt, s.o.).

Nein!!! Sowas kommt gar nicht vor. Alles wird richtig geplant und keiner muss was nachträglich ranschleppen, höchstens, wenn der Lauch nicht reicht oder zuwenig Äpfel da sind oder ....

Irgendwann kommen Packer und  Computer zu dem Schluss, dass die Kiste mit allem gefüllt ist, was reingehört: Der Computer nickt mit dem Bildschirm (rechts oben im Bild), der Packer mit dem Kopf...

 

... dann ein Tastendruck, der Compter druckt eine Rechnung, die in die Kiste kommt. Der Packer gibt der Kiste einen Schubs und für die Kiste geht die gefahrvolle Reise weiter...

Hier sieht man fast den ganzen Weg, den die Kiste zurücklegt. Rechnet man die Kurve mit, sind das gut und gerne 7.000 mm. Hier reiht sich Kiste an Kiste, das Auge sieht nur noch eine ewig lange grüne Kette.

Zuletzt werden die Kisten von der Transportstraße abgeräumt und in einem Lagerraum aufgestellt. Dort warten sie auf die letzte Station ihrer Reise: Transport zum Kunden.

Das linke Bild zeigt das Aschenputtel-Prinzip beim Kistenpacken: Die Guten ins Töpfchen (sprich: Kistchen), die Schlechten ins Kröpfchen. Die Mitarbeiter geben ihr letztes, damit nur ausgewähltes, frisches, fehlerloses Gemüse und Obst in die Kiste kommt. Der Rest wird entsorgt.

Wenn dann alle Kisten voll sind, sind die Kisten leer. Was in der Hatz des Packens geleert und nach draußen befördert wird, damit neue Kisten in der Packbucht ihren frischen Inhalt für die Frischekisten hergeben können, wird über Nacht schnell von 50 Hilfskräften wieder aufgeräumt.

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